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Der Wettbewerb unter Bookrunnern nimmt zu

Nach dem Start des Segments in 2010 dominierten Eigenemissionen bei der Platzierung von Mittelstandsanleihen. Als neue Assetklasse mit attraktivem Kupon konnte nahezu jede Mittelstandsanleihe voll platziert werden. Mittlerweile jedoch spielen Eigenemissionen keine große Rolle mehr, der „richtige“ Bookrunner ist für den Platzierungserfolg immer wichtiger geworden.

Die folgende Übersicht* zeigt die Verteilung der Emissionen der wichtigsten Emissionshäuser (berücksichtigt wurden Bookrunner mit mindestens 4 Emissionen):
Bookrunner

Als eindeutiger Marktführer unter den Bookrunnern hat sich mit 22 Emissionen Close Brothers Seydler positioniert. Damit begleitete die Bank rd. ein Viertel aller Emissionen. Zweitstärkster Player ist die equinet Bank mit acht Platzierungen, gefolgt von der quirin Bank mit sieben.

Qualitative und quantitative Unterschiede
Zwar wurden über 80% der Mittelstandsanleihen von den oben genannten marktführenden Emissionshäusern platziert. Insgesamt haben jedoch rd. 25 Emissionshäuser an der Begebung von Mittelstandsanleihen mitgewirkt. Die Mehrzahl der Emissionshäuser hat dabei lediglich als Co-Manager fungiert. Neben der Quantität gibt es auch bei der Qualität Unterschiede. Nicht alle Bookrunner konnten die hohen Platzierungsquoten der führenden Emissionshäuser erzielen. Folgende Übersicht* zeigt den Platzierungserfolg:

Platzierungserfolg

Vielzahl an Emissionshäusern sorgt für Wettbewerb
Die relativ hohe Zahl von Emissionshäusern (25 Emissionshäuser gegenüber 89 Emissionen) zeigt, dass das Segment für viele Emissionshäuser interessant ist. Dementsprechend ist auch der Wettbewerb unter den Emissionshäusern groß. In letzter Zeit sind zudem neue Akteure hinzugekommen. So hat z.B. Steubing mit der Übernahme eines Teils des Teams von Close Brothers Seydler seine Anstrengungen verstärkt sowie die Lampe Bank mit DIC und Credit Suisse mit der Emission der Tag Immobilien AG im Prime Standard der Deutschen Börse den Eintritt in das Segment vollzogen. Wir erwarten, dass der steigende Wettbewerbsdruck die Verhandlungsposition von Emittenten gegenüber Emissionshäusern stärkt. Ferner könnte der steigende Wettbewerb zu sinkenden Platzierungsprovisionen führen und somit die Emissionskosten reduzieren.
* Stand: 30. Juni 2013